ActiveCampaign vs Drip: CRM oder ereignisgesteuerte Automatisierung für Ihr SaaS
ActiveCampaign oder Drip? Preise nach Kontaktzahl, Stärken für Vertriebsteams und produktgetriebene SaaS-Teams, Entscheidungstabelle und Checkliste für den Wechsel.
Die kurze Antwort
Für ein produktgetriebenes SaaS-Unternehmen ohne eigenes Vertriebsteam ist Drip die passendere Wahl. Die erste Stufe kostet 39 $ im Monat und gilt für 1 bis 2.500 Personen. Abläufe starten direkt aus Ereignissen Ihres Produkts, etwa einer Registrierung, einer abgeschlossenen Einrichtung oder einer fehlgeschlagenen Zahlung. Der Grund dafür ist die Plattformlogik: Bei Drip sind Ereignisse und Personen der Ausgangspunkt, nicht Verkaufsphasen.
Wenn Verkäufer dagegen täglich mit Deals, Angeboten und Aufgaben arbeiten, ist ActiveCampaign die naheliegendere Plattform, weil das CRM dort zum Produkt gehört. Der Startpreis liegt bei 15 $ pro Monat für 1.000 Kontakte in der Stufe Starter. Wer jedoch Segmentierung oder Landingpages braucht, landet schnell bei Plus oder Pro, und der Vergleich verschiebt sich.
Was die beiden Tools eigentlich sind
Auf den ersten Blick konkurrieren ActiveCampaign und Drip um dieselbe Aufgabe: E-Mails an eine Liste schicken und Abläufe automatisch auslösen. Im Alltag verfolgen sie aber verschiedene Schwerpunkte. ActiveCampaign ist ein Marketing- und Vertriebssystem. Es führt Kontaktprofile, Verkaufspipelines und Automatisierungen in einer Oberfläche zusammen. Drip ist eine Automatisierungsplattform, die Verhalten und Ereignisse von Personen in E-Mail-Abläufe übersetzt, ohne Vertriebsfunktionen mitzuliefern.
Dieser Unterschied bestimmt, welche Kosten später anfallen. Bei ActiveCampaign zahlen Sie für Funktionen, die ein reines Produktteam vielleicht nie nutzt. Bei Drip kommt dagegen ein zusätzliches Werkzeug für Verkauf und Pipeline hinzu, sobald Sie eines brauchen. Beide Modelle sind vernünftig, sie passen nur zu unterschiedlichen Organisationen.
Diese Seite zeigt, was die Preisstufen bei verschiedenen Listengrößen kosten, wo jedes Tool an Grenzen stößt und wie Sie den Wechsel zwischen beiden Systemen planen. Maßgeblich sind immer die aktuellen Angaben auf den Preisseiten der Anbieter, weil sie sich ändern können.
Der Überblick auf einen Blick
Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten Unterschiede zusammen. Sie ersetzt keine Prüfung Ihrer Anforderungen, zeigt aber, an welcher Stelle die Entscheidung tatsächlich fällt.
| Tool | Am besten für | Einstieg (Stufe, Abrechnung) | Wichtigste Einschränkung |
|---|---|---|---|
| ActiveCampaign | Teams, in denen Marketing und Vertrieb dieselben Kontakte bearbeiten | Starter ab 15 $ pro Monat bei 1.000 Kontakten; kostenlose Testphase, kein dauerhafter Gratistarif | Der Preis steigt mit der Kontaktzahl, und fortgeschrittene Segmentierung ist erst in höheren Stufen enthalten |
| Drip | Produktgetriebene SaaS-Teams, die Abläufe aus Nutzungsereignissen aufbauen | 39 $ pro Monat für 1 bis 2.500 Personen; 14 Tage kostenlos testen, ohne Kreditkarte | Kein CRM und keine Verkaufspipeline; in den großen Stufen gilt ein festes Kontingent an Versandvorgängen |
| Pipedrive (als Ergänzung zu Drip) | Vertriebsteams, die Deals und Pipeline verwalten | Growth: 39 $ pro Sitz und Monat bei jährlicher Abrechnung; 14 Tage kostenlos testen | Ein reines Vertriebswerkzeug; den Marketingversand planen Sie weiterhin im Automatisierungstool |
So rechnen die Anbieter ab
Beide Anbieter verlangen Geld nach der Größe Ihrer Liste, rechnen aber unterschiedlich ab. Deshalb führt ein Vergleich der ersten Zahl auf der Startseite leicht in die Irre.
ActiveCampaign staffelt nach Stufen: Starter, Plus, Pro und Enterprise. Die veröffentlichten Startpreise gelten jeweils ab 1.000 E-Mail-Kontakten: 15 $ für Starter, 49 $ für Plus, 79 $ für Pro und 145 $ für Enterprise, jeweils pro Monat. Mit wachsender Liste steigt der Preis entsprechend der gewählten Kontaktzahl. Entscheidend ist aber der Funktionsumfang. Starter umfasst E-Mail-Marketing, Marketing-Automatisierung, Standard-CRM und E-Commerce-Integrationen. Plus ergänzt Standard-Segmentierung und Landingpages. Pro bringt fortgeschrittene Segmentierung, Enterprise zusätzlich Premium-Segmentierung und ein eigenes Betreuungsteam.
Drip rechnet nach aktiven Personen und Versandvolumen. Jede Stufe gilt für einen Bereich von Personen. Die erste Stufe für 1 bis 2.500 Personen kostet 39 $ im Monat, die Stufe für 4.501 bis 5.000 Personen 89 $, die Stufe für 9.001 bis 10.000 Personen 154 $ und die Stufe für 22.501 bis 25.000 Personen 369 $. Ab 22.501 Personen nennt die Preisseite zusätzlich eine kostenlose Migration und ein persönliches Onboarding. Für 45.001 bis 50.000 Personen kostet die Stufe 699 $ im Monat und umfasst 600.000 Versandvorgänge. Ab 37.501 bis 40.000 Personen gilt ein Kontingent von 480.000 Versandvorgängen. Wer in diesen Größenordnungen liegt, sollte die Versandmenge vor dem Abschluss ausrechnen.
Preise bei typischen Listengrößen
Die folgende Tabelle zeigt die Preise bei sechs typischen Listengrößen. Auf der Preisseite von ActiveCampaign sind die Startpreise ab 1.000 Kontakten genannt. Für andere Größen steht deshalb „Preis auf Anfrage“, und Sie sollten den genauen Betrag auf der Preisseite oder im Angebot des Anbieters prüfen.
| Kontakte bzw. Personen | ActiveCampaign (Stufe, monatlich) | Drip (Stufe, monatlich) |
|---|---|---|
| 1.000 | Ab 15 $ (Starter) bzw. ab 49 $ (Plus) | 39 $ (1 bis 2.500 Personen) |
| 2.500 | Preis auf Anfrage | 39 $ (1 bis 2.500 Personen) |
| 5.000 | Preis auf Anfrage | 89 $ (4.501 bis 5.000 Personen) |
| 10.000 | Preis auf Anfrage | 154 $ (9.001 bis 10.000 Personen) |
| 25.000 | Preis auf Anfrage | 369 $ (22.501 bis 25.000 Personen) |
| 50.000 | Preis auf Anfrage | 699 $ (45.001 bis 50.000 Personen, 600.000 Versandvorgänge) |
Bei kleinen Listen bis 2.500 Kontakten ist der Einstiegspreis bei Drip mit 39 $ sichtbar höher als der Starter-Preis von ActiveCampaign mit 15 $ bei 1.000 Kontakten. Dieser Vorsprung schmilzt jedoch, sobald Sie die Stufe brauchen, die Ihre Segmente tatsächlich tragen. Wenn Plus mit 49 $ oder Pro mit 79 $ nötig sind, liegt ActiveCampaign über Drip. Rechnen Sie deshalb zuerst Ihre Funktionsliste durch und dann den Preis.
Rechenbeispiel: Wenn ein CRM dazukommt
Viele Teams stehen vor der Frage, ob sie ein CRM brauchen. Ein Beispiel verdeutlicht den Unterschied. Ein Drip-Abo mit 39 $ im Monat plus Pipedrive Growth mit 39 $ pro Sitz und Monat bei jährlicher Abrechnung ergibt für zwei Vertriebsmitarbeiter 117 $ pro Monat (39 + 2 × 39). Das ist eine Rechnung auf Basis der veröffentlichten Preise, und sie gilt nur für die Stufe Growth.
Ein ActiveCampaign-Starter für 15 $ im Monat bei 1.000 Kontakten wirkt dagegen günstiger. Sein CRM ersetzt die zweite Lizenz aber nur dann, wenn die Funktionen Ihres Vertriebs in der gewählten Stufe enthalten sind. Prüfen Sie also, ob Ihre Vertriebsarbeit mit Standard-CRM auskommt oder ob Sie Segmente und Vertriebsabläufe aus den höheren Stufen brauchen.
ActiveCampaign im Detail
Wofür ActiveCampaign gut ist
ActiveCampaign ist stark, wenn Marketing und Vertrieb mit denselben Kontakten arbeiten. Das integrierte CRM umfasst Kontaktprofile, Verkaufspipelines und die Verwaltung von Deals. Automatisierungen können Kontakte zwischen Phasen bewegen, wenn sich ihr Verhalten ändert, und dadurch Aufgaben für Vertriebsmitarbeiter auslösen. Für ein SaaS-Unternehmen mit Account Managern, Demo-Terminen und Angeboten bedeutet das weniger Schnittstellen und weniger Datenabgleich zwischen Systemen.
Die Stufe Starter deckt E-Mail-Marketing, Marketing-Automatisierung, Standard-CRM und E-Commerce-Integrationen ab. Wer Newsletter, Onboarding-Mails und Kampagnen für unterschiedliche Zielgruppen in einer Oberfläche steuern möchte, findet hier eine zentrale Umgebung. Die kostenlose Testphase eignet sich, um den Automatisierungseditor mit einer kleinen Testliste durchzuspielen, bevor Sie sich für eine Stufe entscheiden. Die Dauer der Testphase steht auf der Preisseite.
Wo ActiveCampaign an Grenzen stößt
Die größte Schwäche für ein reines Produktteam ist die Staffelung der Funktionen. Fortgeschrittene Segmentierung gehört erst zu Pro, Standard-Segmentierung und Landingpages zu Plus. Wer ein präzises Segment aus Nutzungsdaten aufbauen möchte, muss deshalb die Stufe planen und nicht nur die Kontaktzahl. Dazu kommt, dass der Preis mit jeder Erweiterung der Liste steigt.
Außerdem ist ActiveCampaign ein Generalist. Die Plattform eignet sich für viele Branchen, auch für SaaS, ist aber nicht speziell auf nutzungsbasierte Abläufe nach Zahlungsereignissen zugeschnitten. Wenn Sie zum Beispiel nach einem fehlgeschlagenen Zahlungsversuch automatisch eine Erinnerung mit Link zur Zahlungsseite verschicken möchten, bauen Sie diesen Ablauf über Integrationen oder Webhooks selbst auf. Klären Sie vor dem Kauf, welche Anbindung für Ihren Zahlungsanbieter vorhanden ist und wie viel Eigenaufwand sie erfordert.
Preise und Stufen finden Sie auf der offiziellen Preisseite von ActiveCampaign.
Drip im Detail
Wofür Drip gut ist
Drip stellt Ereignisse und Personen in den Mittelpunkt. Ein Ereignis aus dem Produkt, etwa eine Registrierung, eine abgeschlossene Einrichtung oder ein Kauf, startet einen Ablauf. Dynamische Segmente aktualisieren sich, wenn sich das Verhalten einer Person ändert, ohne dass Sie Listen von Hand pflegen müssen. Die Stufen nennen Onsite-Kampagnen und bis zu 50 Workflows. Damit lassen sich getrennte Abläufe für Onboarding, Reaktivierung und Upgrades aufbauen.
Der Vorteil für SaaS-Teams liegt in der Kostenstruktur. Die erste Stufe kostet 39 $ im Monat für bis zu 2.500 Personen, und in den unteren Stufen steht unbegrenzter E-Mail-Versand. Ein Team ohne Vertrieb bezahlt keine Sitze in einem CRM, die es nicht nutzt. Die 14-tägige Testphase verlangt keine Kreditkarte und lässt sich mit echten Ereignissen Ihres Produkts prüfen.
Wo Drip an Grenzen stößt
Drip ist kein CRM. Es gibt keine Verkaufspipeline, kein Deal-Tracking und keine Aufgaben für Vertriebsmitarbeiter. Sobald Verkäufer im Spiel sind, brauchen Sie ein zweites Werkzeug, und dessen Kosten und Datenabgleich kommen hinzu. Auch der Versand ist in den größeren Stufen begrenzt. Ab 37.501 bis 40.000 Personen nennt die Preisseite 480.000 Versandvorgänge, ab 45.001 bis 50.000 Personen 600.000. Wer mehr versenden möchte, sollte diese Mengen vor einer Entscheidung klären.
Drip ist außerdem auf Abläufe mit Personen und Ereignissen zugeschnitten. Wenn Sie eine umfangreiche Kampagnenlandschaft über viele Kanäle steuern möchten, prüfen Sie, ob die Onsite-Funktionen und der Editor Ihren Anspruch erfüllen. Die Preisseite beschreibt die Funktionen je Stufe, aber nicht jede Detailfunktion. Die Testphase zeigt am besten, ob der Editor zu Ihrem Team passt.
Preise und Stufen finden Sie auf der offiziellen Preisseite von Drip.
Die Frage nach dem CRM-Partner
Wer Drip wählt und trotzdem Deals verwalten muss, braucht eine Ergänzung. Zwei verbreitete Optionen sind Pipedrive und HubSpot Sales Hub. Pipedrive bietet die Stufe Growth für 39 $ pro Sitz und Monat bei jährlicher Abrechnung, mit vollständiger E-Mail-Synchronisierung mit Tracking sowie Automatisierungen und Nurturing-Sequenzen. Die Stufe Lite kostet 14 $ pro Sitz und Monat bei jährlicher Abrechnung und deckt Leads, Kalender und Pipeline ab. Die Testphase dauert 14 Tage.
HubSpot Sales Hub hat eine kostenlose Stufe für bis zu 2 Nutzer. Die Stufe Starter kostet 7 $ pro Sitz und Monat, Professional 90 $ pro Sitz und Monat und Enterprise 150 $ pro Sitz und Monat. Die Preisseite weist für Professional und Enterprise zusätzlich eine einmalige Onboarding-Gebühr aus. Wer nur wenige Vertriebsnutzer hat, kann die kostenlose Stufe als Einstieg verwenden, bevor die Lizenzkosten steigen.
Bevor Sie sich entscheiden, beantworten Sie drei Fragen. Wer pflegt die Kontaktdaten? Wer sieht Verkaufsaktivitäten? Und wo entstehen Angebote? Wenn der Vertrieb täglich mit Kontakten arbeitet und Aufgaben braucht, ist eine integrierte Lösung meist einfacher. Wenn Verkauf die Ausnahme ist und das Produkt die meisten Kunden gewinnt, reicht ein schlankes Automatisierungstool mit einer kleinen CRM-Lösung für Einzelfälle.
Ereignisgesteuerte Automatisierung im Alltag
Viele Teams reden über „Automatisierung“ und meinen Verschiedenes. Drip setzt auf Ereignisse als Auslöser: Eine Person wechselt in ein Segment, weil sie eine Funktion nutzt oder ein Abo kündigt. Das Tool reagiert auf diesen Zustand. ActiveCampaign arbeitet ebenfalls mit Auslösern und Bedingungen, der Schwerpunkt liegt aber stärker auf Kontaktpflege und Vertriebsprozessen.
Praktisch heißt das: Erstellen Sie zuerst eine Liste der Ereignisse, die Ihr Produkt meldet. Typisch sind Registrierung, Aktivierung, erster Erfolg, Upgrade, Kündigung und fehlgeschlagene Zahlung. Jedes Ereignis braucht eine klare Antwort. Eine Registrierung startet die Einführungsmails, eine Aktivierung beendet sie. Eine Kündigung löst eine Rückholsequenz aus, die nur wenige Mails umfasst. Diese Logik lässt sich in beiden Tools abbilden. Bei Drip ist der Weg meist kürzer, weil Ereignisse das Grundprinzip der Plattform sind.
Achten Sie auf die Datenübergabe. Ereignisse sollten eindeutige Kennungen tragen, damit Sie eine Person im Tool wiederfinden. Testen Sie vor dem Livegang mit einer internen Testperson, ob jedes Ereignis genau einmal ankommt. Doppelte Auslöser sind der häufigste Grund, warum Kunden mehrere identische Mails erhalten. Dokumentieren Sie außerdem, welche Ereignisse welche Segmente verändern. Diese Liste wird beim späteren Wechsel zum wertvollsten Dokument.
Entscheidungstabelle: Welche Wahl passt zu welchem Fall?
Die folgende Tabelle ordnet typische Situationen einer Empfehlung zu. Sie zeigt den Gedankengang, den die Entscheidung braucht, und ersetzt nicht die Prüfung Ihrer konkreten Anforderungen.
| Wenn Sie … | Dann wählen Sie … | Weil … |
|---|---|---|
| ein Vertriebsteam mit Deals und Aufgaben haben | ActiveCampaign | CRM, Pipeline und Automatisierung liegen in einem System, Sie brauchen keine zweite Lizenz |
| ohne Vertrieb wachsen und Abläufe aus Produktereignissen steuern | Drip | Ereignisse sind das Grundprinzip, die erste Stufe kostet 39 $ im Monat für bis zu 2.500 Personen |
| eine Liste unter 1.000 Kontakten haben und das Budget entscheidet | ActiveCampaign (Starter) | Der Startpreis liegt bei 15 $ pro Monat, sofern die Funktionen der Stufe Starter reichen |
| präzise Segmente aus Nutzungsdaten brauchen | Drip | Dynamische Segmente aktualisieren sich laufend, ohne manuelle Pflege |
| Angebote und Verkaufsaufgaben im selben Werkzeug haben wollen | ActiveCampaign (Plus oder Pro) | Die höheren Stufen bringen die Segmentierung, die Vertriebsabläufe benötigen |
| mehr als 480.000 Versandvorgänge im Monat planen | Vor dem Kauf klären | Die Preisseite von Drip nennt ab 37.501 Personen ein Kontingent; bei ActiveCampaign ist die Versandmenge auf der Preisseite zu prüfen |
Wechsel zwischen den Systemen: Checkliste
Viele Teams wechseln später. Ein Wechsel von Drip zu ActiveCampaign oder umgekehrt gelingt, wenn Kontakte, Segmente und Ereignisse vorher sauber dokumentiert sind. Die folgende Tabelle führt durch die Schritte. Die Reihenfolge ist wichtig, weil spätere Schritte auf den Ergebnissen früherer aufbauen.
| Schritt | Was Sie prüfen | Hinweis |
|---|---|---|
| 1. Kontaktbestand bereinigen | Doppelte und ungültige Adressen, abgemeldete Personen | Abgemeldete Personen dürfen nicht mit importiert werden, sonst riskieren Sie Beschwerden und Sperren |
| 2. Einwilligungen mitnehmen | Herkunft und Datum der Einwilligung je Kontakt | Sichern Sie die Nachweise, bevor Sie Daten exportieren |
| 3. Segmente beschreiben | Jede Regel als Satz festhalten, etwa „nutzt Funktion X, aber nicht Y“ | Segmentregeln lassen sich selten eins zu eins übertragen, deshalb ist die Beschreibung wichtig |
| 4. Ereignisse abbilden | Welche Produktereignisse lösen heute welche Mails aus | Jeder Auslöser braucht im Zielsystem ein Gegenstück und einen Test mit einer Testperson |
| 5. Vorlagen übertragen | HTML-Vorlagen aus Ihrem Builder oder Framework exportieren und im Zielsystem einfügen | Prüfen Sie vorab, wie das Zielsystem HTML einbindet und ob Platzhalter übernommen werden |
| 6. Parallelbetrieb testen | Eine kleine Testgruppe läuft in beiden Systemen, die Ergebnisse werden verglichen | Pausieren Sie den Altablauf, bevor Sie den neuen aktivieren, damit keine doppelten Versände entstehen |
| 7. Altsystem abschalten | Alle Abläufe pausiert, Export gesichert | Bewahren Sie den Export so lange auf, wie es Ihre Aufbewahrungsrichtlinie verlangt |
Vor dem Kauf testen
Beide Anbieter bieten eine kostenlose Testphase. Bei ActiveCampaign finden Sie die Dauer auf der Preisseite, bei Drip sind es 14 Tage ohne Kreditkarte. Nutzen Sie die Zeit gezielt. Richten Sie einen einzigen echten Ablauf ein, zum Beispiel die Einführungsmails nach der Registrierung. Schicken Sie ihn an eine kleine interne Gruppe und prüfen Sie drei Dinge: Kommt jede Mail genau einmal an? Wird das Segment korrekt befüllt, wenn ein Ereignis eintritt? Lässt sich der Ablauf ohne technische Hilfe ändern?
Notieren Sie außerdem, wie viele Schritte Sie für denselben Ablauf in jedem Tool benötigen. Die Zahl der Schritte bestimmt den laufenden Pflegeaufwand, und dieser Aufwand fällt in jedem Quartal wieder an. Ein Tool, das günstiger wirkt, aber jeden Ablauf umständlicher baut, kostet am Ende mehr.
Häufige Fehler bei der Auswahl
Der erste Fehler ist, den Einstiegspreis mit dem Gesamtpreis zu verwechseln. ActiveCampaign wirkt bei 1.000 Kontakten mit 15 $ günstig, aber der Preis für die benötigte Funktionsstufe liegt darüber. Drip wirkt bei 2.500 Personen mit 39 $ klar, aber ein separates CRM kommt obendrauf.
Der zweite Fehler ist, Funktionen nach Werbeversprechen zu wählen statt nach den eigenen Abläufen. Wenn eine Kündigung eine Rückholsequenz auslösen soll, zählt die Verarbeitung von Ereignissen. Eine lange Funktionsliste hilft dabei wenig.
Der dritte Fehler ist, die Dokumentation zu unterschätzen. Ein Wechsel nach zwei Jahren wird teuer, wenn Segmente, Einwilligungen und Ereignisse nicht festgehalten wurden. Legen Sie die Dokumentation vom ersten Tag an an.
Das Fazit
Drip ist für ein produktgetriebenes SaaS-Unternehmen ohne Vertriebsteam die stärkere Wahl. Die Stufe für 39 $ im Monat bei bis zu 2.500 Personen, die auf Ereignissen aufbauende Logik und die 14-tägige Testphase ohne Kreditkarte machen den Einstieg einfach. ActiveCampaign ist dann überlegen, wenn Marketing und Vertrieb zusammenarbeiten und ein CRM im selben Werkzeug den Datenabgleich ersetzt. Der Einstiegspreis von 15 $ bei 1.000 Kontakten ist verlockend, aber rechnen Sie die Stufe mit, die Ihre Segmente tatsächlich brauchen.
Bevor Sie sich festlegen, beantworten Sie zwei Fragen: Wer arbeitet in Ihrem Team mit Kontakten, und welche Ereignisse meldet Ihr Produkt? Die Antworten zeigen meist schon, welches Tool passt.
Noch auf der Suche nach Optionen?
Sehen Sie sich die übrigen E-Mail-Tools in unserem Überblick an, um die passende Lösung für Ihr SaaS zu finden.
Vollständigen Vergleich ansehenHäufige Fragen
Ist ActiveCampaign oder Drip günstiger?
Das hängt von der Kontaktzahl und den benötigten Funktionen ab. ActiveCampaign beginnt in der Stufe Starter bei 15 $ pro Monat für 1.000 Kontakte. Drip kostet 39 $ pro Monat für 1 bis 2.500 Personen. Wenn Sie Plus oder Pro für Segmentierung brauchen, liegt ActiveCampaign höher. Mit einem Vertriebsteam müssen Sie bei Drip zusätzlich ein CRM einrechnen.
Hat Drip ein CRM?
Nein. Drip ist eine Automatisierungsplattform ohne Verkaufspipeline und ohne Deal-Tracking. Wenn Sie Verkaufsprozesse abbilden müssen, ergänzen Sie ein separates CRM, zum Beispiel Pipedrive oder HubSpot Sales Hub.
Gibt es bei ActiveCampaign einen dauerhaft kostenlosen Tarif?
Nach den Angaben auf der Preisseite gibt es keinen dauerhaften kostenlosen Tarif, sondern eine kostenlose Testphase. Die aktuellen Konditionen prüfen Sie direkt auf der Preisseite von ActiveCampaign.
Wie lange dauert die kostenlose Testphase von Drip?
Drip bietet 14 Tage kostenlos an, ohne dass eine Kreditkarte hinterlegt werden muss. Nutzen Sie die Zeit, um einen echten Ablauf mit einer kleinen Testgruppe aufzubauen.
Ab welcher Listengröße gelten bei Drip Versandgrenzen?
Die Preisseite nennt für die Stufe 37.501 bis 40.000 Personen 480.000 Versandvorgänge und für 45.001 bis 50.000 Personen 600.000 Versandvorgänge. In den kleineren Stufen steht unbegrenzter E-Mail-Versand. Prüfen Sie bei großen Listen die Konditionen vor dem Abschluss, auch im Hinblick auf Ihre tatsächliche Versandmenge.
Kann ich Vorlagen aus einem HTML-Builder übernehmen?
Das hängt vom Zielsystem ab. Exportieren Sie Ihre Vorlage als HTML, fügen Sie sie im Zielsystem ein und verschicken Sie eine Testmail an mehrere Postfächer. Prüfen Sie dabei Platzhalter, Links und die Darstellung in gängigen Mailprogrammen. Die genaue Unterstützung für Importe entnehmen Sie der Dokumentation des jeweiligen Anbieters.
Sollte ich wechseln, wenn ich bereits ein Tool nutze?
Wechseln Sie nur, wenn ein konkreter Engpass besteht, etwa fehlende Ereignisverarbeitung, zu hohe Kosten bei wachsender Liste oder fehlende CRM-Funktionen. Planen Sie den Wechsel mit der Checkliste oben und testen Sie einen Ablauf im Parallelbetrieb, bevor Sie das Altsystem abschalten.